Navigation:

Gründerzeit
BEST wird Genossenschaft
Das Bioenergieprojekt BEST hat sich am Montag, 29.3. bei der Gründungsveranstaltung im Neckargemünder Schützenhaus eine Satzung gegeben und sich als Genossenschaft gegründet. Die Initiative, die seit einigen Monaten an den Planungen für eine klimaneutrale Energieversorung von Haushalten in der Neckargemünder Weststadt arbeitet, hat damit nun die Struktur, mit der sich die nächsten Schritte hin zur Verwirklichung des Projektes umsetzen lassen.
Aus allen Nähten platzte der Saal, in den BEST die Anwohner geladen hatte, um über den letzten Stand der Planungen zu berichten und den Gründungsakt zu vollziehen. Nachdem alle verfügbaren Stühle herbeigeschafft waren und der letzte Besucher sein Plätzchen gefunden hatte, begrüßten Stefan Geißler und Stephan Hertel von BEST die Anwesenden und stellten die Tagesordnung vor: Nach Monaten des Planens sei BEST nun zuversichtlich, dass sich die ursprüngliche Zielsetzung erreichen ließe: Der Stadtteil könne sich mit bewährter Technik energietechnisch auf erneuerbare Energien umstellen und dies zu attraktiven Kosten. Ein Nahwärmenetz im Stadtteil solle die Wärme in die Haushalte bringen, die im eigenen Heizwerk aus regionalen Holzhackschnitzeln erzeugt werde.
Konkurrenzfähiges Angebot
Die Details dieses Konzeptes zu erläutern übernahm an diesen Abend Hermann Luxenburger, der mit seinem Ingenieurbüro jahrelange Erfahrung in der Umsetzung von Nahwärmeprojekten hat und auch die Situation in der Neckargemünder Weststadt durchgerechnet hat. Auf einen Wärmepreis von sieben Cent pro Kilowattstunde habe sich BEST zuletzt festgelegt - stellt man in einer sogenannten Vollkostenrechnung alle anfallenden Kosten einer konventionellen Öl- oder Gasheizung denen bei BEST gegenüber, so ist das BEST-Angebot bereits jetzt konkurrenzfähig. Zudem sänke erfahrungsgemäß beim Anschluss an ein Nahwärmenetz der Energiebedarf eines Haushalts um circa 15%, da die Umwandlungsverluste, die bei jeder Heizenergieerzeugung anfielen, den Abnehmerhaushalten nicht berechnet würden. Und schließlich rechne BEST mit einem Jahresüberschuss, der abzüglich einer Rücklage an die Mitglieder als Dividende ausgeschüttet werde und die Belastung weiter vermindern helfe.
Die heute bereits absehbaren Preissteigerungen bei Öl und Gas in den nächsten Jahren werden dieses Verhältnis in der nahen Zukunft noch weiter zugunsten von BEST verschieben.
Eine Kurzeinführung in die rechtlichen Aspekte rund um die Gründung einer Genossenschaft bekam die Versammlung anschließend von Rolf Schmidt. Eine Genossenschaft ist die passende Struktur für einen Zusammenschluss von Personen, natürlichen wie juristischen, um einen gemeinsamen Zweck zu erreichen. Rolf Schmidt zählte die Formalia, die zur Gründung erforderlich seien auf und lud zur Unterzeichnung der ausgearbeiteten BEST-Satzung ein.
Trotz der beiden detailreichen Vorträge benötigten im Anschluss zahlreiche Anwesende keine weitere Bedenkzeit mehr sondern unterzeichneten unter dem Applaus der Versammlung die ausliegende Satzung - und schufen damit die "Bioenergiestadtteil Neckargemünd Weststadt e.G. in Gründung", die diesen Gründungsakt nun noch mit dem zuständigen Genossenschaftsverband in Karlsruhe abschließen muss.
Jetzt mitmachen
"Jetzt kommt es darauf an: Schaffen wir die Mindestzahl von 50 Haushalten, die im derzeitigen Konzept benötigt werden?" richteten die BET-Aktivisten Hertel und Geißler den Blick zum Abschluss in die Zukunft. "Deshalb unsere Bitte an Sie alle: Nehmen Sie Unterlagen mit nach Hause, lesen Sie sich die Texte durch, reden Sie mit Bekannten und Nachbarn und machen Sie mit." Noch weitere drei Monate wird BEST nun versuchen, eine möglichst große Zahl von Haushalten zu überzeugen. Bleibt die Zahl der Anschlusswilligen jedoch zu klein, so kann es sein, dass sich eine Umsetzung so nicht rechnet oder gar nicht zustande kommt. Also: Nachrechnen, www.best-neckargemuend.de besuchen oder 06223/865180 anrufen und mitmachen.
BEST auf einen Blick
- BEST wird günstige, klimaneutrale, sichere, regionale Wärme aus Holzhackschnitzeln anbieten
- BEST-Abnehmer müssen zunächst Mitglieder der Genossenschaft werden und dann einen Wärmevorvertrag mit BEST abschließen
- Mitglieder zeichnen BEST-Anteile in Höhe von 1500 € sowie eine Anschlussgebühr von 2000 €
- Die Wärmekosten liegen bei 7 ct/kWh sowie jährlich 432 € Grund- und Messpreis (jeweils zzgl. MWSt)
- Die Planungen sehen einen Einstieg in die Wärmeproduktion zum Herbst 2011 vor.
- Interessenten können sich noch bis Ende Juni, besser aber sobald als möglich, für BEST entscheiden.